Im Untergrund? Geschichtswerkstatt präsentiert „Critical Walk“ zum NSU in Chemnitz

Die Geschichtswerkstatt „Jugendarbeit in der Transformationsgesellschaft“ (Trafo) hat die Aktivitäten des NSU-Kerntrios in Chemnitz aufgearbeitet. Dabei enstand in Zusammenarbeit mit Schauspieler_innen des Theaters Chemnitz ein „Critical Walk“ – eine App-basierte Stadtführung zu den Wohn- und Ereignisorten des NSU-Komplexes in Chemnitz. Zum Launch der App laden die Veranstaltenden am 29. Mai 2019 in den Chemnitz Open Space (Brückenstraße 10) ein.

Von dort starten ab 16:00 Uhr Bus-Shuttles zum Startpunkt der App-Führung im Stadtteil Kaßberg/ Altendorf. Um 19:00 Uhr hält Kerstin Köditz, Sprecherin für antifaschistische Politik der Fraktion DIE LINKE im sächsischen Landtag, einen Vortrag zum Thema „Aufarbeitung des NSU Komplexes in Sachsen“. Danach klingt der Tag mit einer After Hour Party aus.

Außerdem sind im Open Space Ausschnitte der Ausstellung zu sehen, die die Jugendlichen entwickelt haben. Die Ausstellung macht deutlich, dass von einem „Untergrund“ keine Rede sein kann: Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe konnten sich in Chemnitz frei bewegen, hatten funktionierende soziale Strukturen und ein Netzwerk, welches sie stärkte.

Auch in anderen Städten, etwa in Rostock, München, Kassel und Nürnberg, gibt es bereits „Critical Walks“, die an die Opfer des NSU erinnern und zur kritischen Auseinandersetzung mit den Verbrechen, dem NSU-Netzwerk und dessen gesellschaftlichen Ursachen anregen.

Die Geschichtswerkstatt Chemnitz “Jugendarbeit in der Transformationsgesellschaft” (Trafo) ist ein Kooperationsprojekt des Kulturbüro Sachsen e.V., der Mobilen Jugendarbeit der Jugendberufshilfe Chemnitz und des AJZ Chemnitz.

Wann? Mittwoch, 29.05.2019, 16:00 – 22:00 Uhr
Wo? Im Open Space in Chemnitz (http://chemnitz-open.space/event/critical-walk-nsu-tat-und-wohnort-im-stadtteil-kassberg-altendorf-in-chemnitz/)