War da was?

Der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) lebte mehr als zehn Jahre von 1998 bis 2011 unentdeckt in Chemnitz und Zwickau. Von hier aus töteten sie vermutlich zehn Menschen und verletzten dutzende Andere durch Bombenattentate und Raubüberfalle teilweise sogar schwer. Laut dem Stand der bisherigen Ermittlungen begingen sie die Morde vorwiegend in den alten Bundesländern (bis auf Rostock), die Überfälle in den neuen Bundesländern, vor allem in Südwestsachsen. In Zwickau und Chemnitz allein erbeutete der NSU mehr als 260.000 EUR zur Finanzierung seiner Verbrechen.

Filter nach

Was ist bisher geschehen?

Eine Vielzahl an Initiativen und Menschen engagiert sich für eine Bildungsarbeit im Raum Chemnitz und Zwickau.

Welche Fragen bleiben offen?

Das Ende des NSU-Prozesses in München darf nicht das Ende der Aufarbeitung der NSU-Verbrechen bedeuten. Die Betroffenen haben ein Recht auf Wahrheit, auf Gerechtigkeit, auf Entschädigung und die Garantie der Nicht-Wiederholung.

Wie steht es um die Aufklärung der NSU-Verbrechen, die Strafverfolgung der Verantwortlichen, die Wiedergutmachung gegenüber den Betroffenen und die Reformprozesse in Polizei, Verfassungsschutz oder Jugendsozialarbeit?

Was gibt es Neues?

Das Urteil im ersten NSU-Prozess ist gefallen, viele Parlamentarische Untersuchungsausschüsse haben ihre Arbeit abgeschlossen, doch die personellen Kontinuitäten von NSU-Unterstützer*innen bei den Ausschreitungen in Chemnitz im Spätsommer 2018, die Bedrohungen von Anwält*innen durch eine Gruppierung die sich „NSU 2.0“ nennt, die Bezugnahme der Gruppe „Revolution Chemnitz“ auf den NSU und vieles mehr zeigen, dass der NSU-Komplex noch lange nicht aufgeklärt ist. Hier dokumentieren wir aktuelle Ereignisse, die im Zusammenhang des NSU stehen.